Kohls Ex-Bodyguard schützt jetzt einen CDU-Spender
Reinhold Hallerbach, einst Chef-Bodyguard von Helmut Kohl schützt heute den CDU-Förderer Karl Ehlerding. Nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 wechselte der schnauzbärtige Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) zum Hamburger Immobilien-Milliardär. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuelle Ausgabe. Zusammen mit seiner Frau Ingrid hatte Ehlerding der Partei 1998 fast 3,4 Millionen Mark zukommen lassen, die höchste Einzelspende in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Juni zuvor hatte Kohls Verkehrsminister und jetziger CDU-Schatzmeister Matthias Wissmann einem Konsortium, dem auch Ehlerdings Firma WCM angehörte, den Zuschlag für 112000 Eisenbahnerwohnungen für 7,1 Milliarden Mark gegeben. Von einem Mitbewerber lag ein um eine Milliarde Mark höheres Gebot vor.
Während aus Sicherheitskreisen verlautet, Kohl persönlich habe Hallerbach empfohlen, betont das Haus Ehlerding, der Kanzler sei nicht als Vermittler tätig geworden. Aus Angst vor Entführungen lege der Milliardär Wert auf erstklassige Sicherheitskräfte. Die Dienste Hallerbachs, der auch mit CDU-Spendensammler Hans Terlinden auf Reisen ging, muss Ehlerding teuer bezahlen. Weil der Beamte aus freien Stücken kündigte, verfallen seine Pensionsansprüche. Experten rechnen mit einem sechsstelligen Kompensationsbetrag.