Rheinland-pfälzischer CDU-Chef Böhr im Zwielicht
Im Zusammenhang mit unzulässiger Parteienfinanzierung gerät der rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Christoph Böhr mehr und mehr ins Zwielicht. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL hatte 1995 die CDU-Landtagsfraktion (Vorsitzender: Böhr) eine Rechnung der Bildagentur HPM über rund 50000 Mark für Porträtfotos von Abgeordneten und Kandidaten beglichen, obwohl die Bilder laut HPM hauptsächlich für die Wahlkampagne 1996 der Partei produziert worden waren (SPIEGEL 4/2000). Böhr hingegen beteuerte vergangene Woche, die Aufnahmen seien von der Fraktion in Auftrag gegeben worden; von unzulässiger Parteienfinanzierung könne keine Rede sein.
Dieser Darstellung widersprach am Freitag voriger Woche ausgerechnet jene Agentur, die 1996 die Wahlwerbung für die Landespartei gestaltet hatte. Der Wesselinger Agenturchef Helmut Gratzfeld erklärte, seine Firma habe wegen der Fotos allein mit dem CDU-Landesverband kooperiert. Gratzfeld: "Von der Fraktion gab es keinen Auftrag." Seine Agentur habe die Bilder ausschließlich im Wahlkampf eingesetzt.