Adenauer-Enkel machen erstaunliche Grundstücksdeals - DER SPIEGEL
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Adenauer-Enkel machen erstaunliche Grundstücksdeals

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zu erstaunlichen Grundstücksgeschäften haben in Köln die Planungen für einen Neubau der örtlichen Fachhochschule (FH) geführt. So kauft der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) seit Monaten in der Südstadt Grundstücke an, obwohl das FH-Projekt weder beschlossen noch die Standortfrage geklärt ist. Für rund 70 Millionen Euro hat der BLB bislang Flächen von Beteiligungsfirmen der Bauwens Gruppe erworben. Geschäftsführende Gesellschafter dieses Unternehmens sind Paul Bauwens-Adenauer und Patrick Adenauer (Foto), zwei Enkel von Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler der Republik. Was inzwischen auch in der nordrhein-westfälischen Landesregierung für erklärungsbedürftig gehalten wird: Die Bauwens-Gesellschaften hatten die Grundstücke zuvor aufgekauft und veräußerten sie nun mit eindrucksvollen Aufschlägen an den BLB. So verteuerte sich allein das Gelände der ehemaligen Dom-Brauerei um zehn Millionen Euro. Die Bauwens-Firma Gambrinus kaufte es für rund 23 Millionen Euro. Der BLB griff für 33,4 Millionen zu. BLB-Sprecher Dietmar Zeleny verteidigt die Zwischenschaltung der Bauwens-Firmen mit der Sorge vor "explodierenden Preisen", wenn das Interesse des Landes bekannt geworden wäre. Auf Anfrage erklärte Bauwens-Adenauer, dass er als Unternehmer die "Generierung eines Wertsteigerungspotentials" für eine "primäre Aufgabe" hält. Man dürfe zwei Dinge nicht miteinander vermengen: "Die Sorge, Bauwens verdient daran Geld. Und: Was ist gut für Köln?" Der 56-Jährige hat seiner Heimatstadt kürzlich einen Masterplan des Städteplaners Albert Speer geschenkt, in dem der Umzug der Fachhochschule in den Kölner Süden empfohlen wird. Bauwens-Adenauer will mit Speer nie darüber geredet haben. Neben der NRW-Regierung wird sich demnächst auch der Landtag mit den Grundstücksdeals beschäftigen.