Hans-Böckler-Stiftung drohen Einnahmeausfälle in Millionenhöhe
Während die Wirtschaftskrise den Gewerkschaften neue Mitglieder - und damit mehr Einnahmen - beschert, gerät die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in finanzielle Bedrängnis. Grund: Die Stiftung finanziert sich vor allem aus Zuwendungen von Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten, die ihre Aufsichtsratstantiemen an die Stiftung abführen. Im Geschäftsjahr 2007/08 waren das 34,1 Millionen Euro. Doch da die Aufsichtsratstantiemen an den Geschäftserfolg der Unternehmen gekoppelt sind, der in jüngster Zeit flächendeckend nachlässt, sinken auch die Zuwendungen an die Stiftung dramatisch. In diesem Jahr rechnet man intern mit einem Rückgang der Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. In der Folge werden Arbeitsplätze gestrichen und die Forschungsförderung gekürzt. Befristete Verträge sollen auslaufen, frei werdende Stellen nicht wiederbesetzt werden. Auch das erst in den vergangenen Jahren aufgebaute Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) unter seinem Chef Gustav Adolf Horn könnte betroffen sein. Offenbar ist zwischenzeitlich ein Umzug mit verkleinerter Mannschaft von Düsseldorf nach Berlin erwogen worden, wo sich viele der IMK-Wissenschaftler ohnehin vorwiegend aufhalten, um die Politik zu beraten. Doch diese Option, so ein Stiftungssprecher, sei vorerst vom Tisch.