Verteidigungsministerium bestellt 405 umstrittene Panzer - DER SPIEGEL
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Verteidigungsministerium bestellt 405 umstrittene Panzer

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Obwohl es bisher noch keinen funktionsfähigen Prototypen gibt, will das Verteidigungsministerium demnächst 405 Exemplare des neuen Schützenpanzers "Puma" im Wert von knapp vier Milliarden Euro bestellen. Es setzt sich damit über Bedenken des Bundesrechnungshofs (BRH) hinweg, der in einem vertraulichen Bericht auf "erhebliche Risiken" hinweist. Bei fünf sogenannten Vorserien-Fahrzeugen sind demnach "erhebliche technische Probleme" bei Motor, Getriebe und Fahrwerk aufgetreten, obendrein werde der Panzer schwerer als geplant. Die bisherigen "Erprobungsergebnisse" seien nicht zufriedenstellend. Ungewiss bleibt dabei, ob der "Puma" je die geforderten Leistungen erbringen wird. Die Koalitionsmehrheit im Bundestag will dem Kauf trotzdem zustimmen. "Die Bundeswehr kauft eine Katze im Sack", rügt der Grünen-Haushalts- und Rüstungsexperte Alexander Bonde. Er hoffe nur, dass der "Puma"-Kauf "nicht so endet wie die HS-30-Affäre". In den fünfziger Jahren bestellte das Verteidigungsministerium zahlreiche Schützenpanzer des Typs HS 30, obwohl lediglich ein Holzmodell zu besichtigen war. Das Fahrzeug erwies sich im Truppenalltag rasch als unbrauchbar und stand später im Zentrum eines Schmiergeldskandals.