Schwere Vorwürfe gegen Metro-Zulieferer in Bangladesch
Bei einem großen Lieferanten des Düsseldorfer Metro-Konzerns soll es zu massiven Arbeitsrechtsverletzungen gekommen sein. Im Verdacht steht die Fabrik RL Denim in der Hafenstadt Chittagong, bei der Metro seit 2003 vor allem Jeans fertigen lässt. Im Dezember starb eine 18-jährige Arbeiterin laut Totenschein an einer Durchfallerkrankung und Dehydrierung. Ihr Vater und Arbeiterinnen in der Fabrik erhoben schwere Vorwürfe gegen der Firmenleitung. Sie berichteten dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL von Schlägen durch Vorarbeiter, exzessive Überstunden und anderen Verfehlungen. Die Fabrikmanager bestritten eine Mitschuld am Tod der Arbeiterin und auch Metro sieht bisher keine Verletzung der Sorgfaltspflicht. Allerdings gibt ein Metro-Sprecher zu, dass es bei einer Kontrolle im Jahr 2005 in der Jeans-Fabrik zu Beanstandungen gekommen sei. Die Kriterien Arbeitszeiten, Bezahlung, Gesundheit und Sicherheit seien als "kritisch" bewertet worden. Ein Re-Audit steht bis heute aus. Bei weiteren Kontrollen der eigenen Zulieferer war Metro sogar zwei Mal auf Kinderarbeit gestoßen, was durch eine Nachprüfung aber abgestellt worden sei. Kritiker sehen die Kontrollen von Metro als völlig ungenügend an. Diese seien vor allem ein "Werbemittel", kritisiert Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero, Mitbegründerin der internationalen Clean Clothes Campaign (CCC).