NDR-Redakteur arbeitete Staatsanwaltschaft zu
Ein NDR-Hörfunkredakteur hat der Staatsanwaltschaft Saarbrücken für ein Ermittlungsverfahrens (Az. 29 Js 30/09) den Mitschnitt einer Rede des NPD-Funktionärs Udo Pastörs zukommen lassen. Die Saarbrücker Fahnder prüfen, ob sich der Rechtsextremist beim politischen Aschermittwoch der Saar-NPD der Volksverhetzung schuldig gemacht haben könnte. Das ZDF, das auch Aufnahmen gemacht hatte, lehnte die Bitte der Ermittler um Herausgabe seines Materials ab. Der ZDF-Justitiar teilte der Staatsanwaltschaft mit: Das ZDF sei "zu strikter Neutralität verpflichtet" und könne "keine Rechercheaufgaben zu Ermittlungszwecken" durchführen. Der NDR-Radiomann, der selbst nicht bei der NPD-Veranstaltung war, hatte offenbar weniger Hemmungen, als Hilfspolizist tätig zu werden. Er bat Kollegen des NDR-Fernsehens um den Gesamtmitschnitt der Pastörs-Rede, die ein Team des Satiremagazin "Extra 3" gedreht hatte, und schickte das Tondokument mit seiner Visitenkarte und freundlichen Grüßen an die Staatsanwaltschaft. Ein NDR-Sprecher bestätigte den Vorgang. Der Redakteur habe "mit der Überlassung des Materials an die Staatsanwaltschaft seine Recherchen vertiefen" wollen. "Der NDR billigt die Herausgabe des Gesamtmitschnitts der Rede nicht. Der NDR gibt nicht gesendetes Material nicht an Ermittlungsbehörden heraus."