IG-Metall-Chef Klaus Zwickel erwartet gesellschaftliche Zukunftsdiskussion von den Gewerkschaften - DER SPIEGEL
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IG-Metall-Chef Klaus Zwickel erwartet gesellschaftliche Zukunftsdiskussion von den Gewerkschaften

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel fordert, in der Tarifpolitik stärker die Bedürfnisse des Einzelnen zu berücksichtigen. "Ich glaube, dass wir künftig die Tarifverträge sehr viel stärker an dem Individuum ausrichten müssen, also es dem Einzelnen viel deutlicher als bislang überlassen, seine Arbeitszeit innerhalb eines festgelegten Rahmens selbst zu gestalten," sagte Zwickel in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Die Gewerkschaften müssten wieder "sehr viel nachhaltiger Motor werden für eine gesellschaftliche Zukunftsdiskussion, und das schließt möglicherweise im Ergebnis einen Bruch mit manch lieb gewordener Vorstellung ein."

Zur bevorstehenden Tarifrunde in der Metallindustrie schlug Zwickel vor, den geplan-ten Tariffonds für die Rente mit 60 später auch zur privaten Alterssicherung einzuset-zen. "Wenn die Prognosen stimmen, dass in vier, fünf Jahren in Deutschland wieder Arbeitskräftemangel herrscht, dann können wir überlegen, ob wir den Tariffonds, aus dem wir jetzt die Rente mit 60 finanzieren wollen, nicht zum Aufbau einer ergänzenden kapitalgedeckten Altersvorsorge für alle Beschäftigten nutzen."

Heftige Kritik übte Zwickel an der Politik der Grünen. Er könne "in der Tat nicht mehr erkennen, dass diese Partei auch nur in Ansätzen die Interessenten der Arbeitnehmer vertritt," sagte Zwickel. "Die Grünen verstehen sich offenbar nur noch als bessere FDP."