Korruptionsskandal bei ABB
Die ABB Kraftwerke AG in Mannheim steht im Mittelpunkt eines der größten Korruptionsskandale der deutschen Industrie. Nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL hat das Unternehmen zwischen 1993 und 1997 insgesamt über 300 Mil-lionen Mark auf Nummernkonten bei elf Schweizer Banken überwiesen. Die Staatsan-waltschaft Mannheim geht dem Verdacht nach, dass mit diesem Geld ein System schwarzer Kassen zur Abwicklung von Schmiergeldzahlungen betrieben wurde.
Die Staatsanwälte ermitteln gegen den ehemaligen ABB-Deutschland-Chef Michael Pohr und andere wegen des Verdachts der Angestelltenbestechung. Schmiergelder sollen für Aufträge bei den Müllverbrennungsanlagen Böblingen, Pirmasens und Für-stenfeldbruck, beim Heizkraftwerk Bonn und dem Kraftwerk Rostock gezahlt worden sein. In einem Rechtshilfeersuchen fordern die Mannheimer Staatsanwälte von den Schweizer Behörden Einblick in die Bankunterlagen der Nummernkonten.