In der Siemens-Schmiergeldaffäre soll sich erstmals ein Top-Manager vor Gericht verantworten - DER SPIEGEL
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In der Siemens-Schmiergeldaffäre soll sich erstmals ein Top-Manager vor Gericht verantworten

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Die juristische Aufarbeitung der seit gut zwei Jahren schwelenden Siemens- Schmiergeldaffäre geht in die nächste Runde. In den vergangenen Tagen wurde gegen 3 weitere von ursprünglich rund 300 Beschuldigten Anklage beim Landgericht München erhoben. Der prominenteste von ihnen ist der ehemalige Finanzchef der offenbar besonders korruptionsanfälligen Kommunikationssparte (COM), Michael Kutschenreuter, 54. Die Staatsanwälte halten dem früheren Siemens-Top-Manager in ihrem rund 320 Seiten starken Schriftsatz vor, von der Existenz schwarzer Kassen in seiner Sparte gewusst und sie dennoch geduldet zu haben. Damit soll Kutschenreuter sich der Untreue schuldig gemacht haben. Zwei weiteren Ex-Angestellten werfen die Ermittler Beihilfe zur Untreue vor. Sie sollen daran mitgewirkt haben, dass im Zeitraum zwischen 2000 und 2006 fast 70 Millionen Euro an Geschäftspartner und Amtsträger in mehr als 60 Ländern verschoben wurden. Der technologisch zurückgefallene Geschäftsbereich brauchte damals dringend Aufträge. Einer der Beschuldigten, der ehemalige Leiter des Rechnungswesens bei COM, hat sich inzwischen als Unternehmensberater selbständig gemacht und bietet Kunden gegen Bezahlung an, sie unter anderem bei der "Reduzierung" von "Geschäftsrisiken" zu unterstützen. Ab Herbst wird er seine Tätigkeit womöglich etwas einschränken müssen: Dann wird mit der Eröffnung der Prozesse gerechnet.