Iranischer Funktionär beendete Spielerprotest - DER SPIEGEL
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Iranischer Funktionär beendete Spielerprotest

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die sechs iranischen Fußballnationalspieler, die am vergangenen Mittwoch beim WMQualifikationsspiel gegen Südkorea in Seoul (1:1) Schweißbänder in der grünen Farbe des Oppositionsführers Mir Hossein Mussawi trugen, sehen sich "als Teil einer Bewegung", sagte ein Begleiter des Teams dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Sie lassen sich von dieser Welle mitreißen, endlich können sie ihre angestaute Wut öffentlich machen." Die Spieler, allesamt mit Auslandserfahrung, verstünden sich nicht unbedingt als Mussawi-Anhänger, die Aktion sei nur ein "Zeichen der Solidarität mit den Menschen daheim auf der Straße", so der Begleiter im SPIEGEL. Teamkapitän Mehdi Mahdavikia, der beim VfL Bochum und beim Hamburger SV spielte und jetzt bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag steht, gehörte ebenso zu den protestierenden Spielern wie der ehemalige Bayern-Profi Ali Karimi, der die Bänder sogar an beiden Armen trug. Zwei der Beteiligten spielen für CA Osasuna in Spanien, einer hat mal bei Leicester City in England gespielt, ein anderer ist jetzt bei Al-Nasr Dubai beschäftigt. Nach Informationen des SPIEGEL hat sich angeblich Mohammed Ali-Abadi, der Chef der iranischen Gesamt-Sportorganisation, in der Halbzeitpause bei der Teamdelegation gemeldet. Abadi ist ein Schwager des Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Ein Funktionär, der als rechte Hand Abadis gilt, sei zur Pause in die Kabine gekommen, berichtete ein Zeuge dem SPIEGEL, und habe die Spieler aufgefordert, die Schweißbänder abzulegen. Am Freitag kündigte der Fußballpräsident Ali Kafaschian Sanktionen für die Spieler an. Sie müssten mit einer Suspendierung rechnen, weil das Reglement des Weltverbandes Fifa solche Meinungsäußerungen verbiete.