ARD versteckt Döpfner-Film am Sonntagnachmittag
Nach monatelangem Gezerre hat die ARD nun doch einen Sendeplatz für den intern umstrittenen Film von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner über den britischen Verleger und Springer-Freund Lord George Weidenfeld gefunden. Der aufwendig produzierte Film, für den Döpfner seinen Protagonisten über ein Jahr lang nach New York, Tel Aviv, London oder Wien begleitete, wird nun am Sonntagnachmittag im Programm versteckt, am 12. Juli um 14.30 Uhr unter einem Titel, der auch gleich verrät, dass journalistische Distanz hier nicht dominiert: "Mein Freund George Weidenfeld" ist eine einzige Hymne, pathetisch aufgemotzt durch den Dauereinsatz klassischer Klaviermusik. Fragwürdig macht die ARD-Produktion aber vor allem, dass sich darin nicht nur Weidenfeld, sondern auch Springer-Chef Döpfner perfekt in Szene setzen kann, als Kosmopolit, Schöngeist und eben Freund eines weitgereisten und gebildeten Lords, dessen Rat und Einfluss ebenso von den Mächtigen wie den Intellektuellen dieser Welt geschätzt wird. So fällt der Glanz Weidenfelds wie nebenbei auf den Springer-Verlag und auf Friede Springer, die auch ins Bild kommt. In ARD-Kreisen sorgt der Film für Unruhe, weil mancher fürchtet, dass nun ein Präzedenzfall für ähnliche Freundschaftsdienste geschaffen wurde.