Ex-Siemens-Manager Christoforakos macht umfangreiche Aussagen
Nach den griechischen Behörden hat auch die Münchner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den ehemaligen Siemens-Landeschef Michael Christoforakos wegen des Verdachts der Bestechung aufgenommen. Das berichtet das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neusten Ausgabe. Nach Informationen des Magazins hat Christoforakos diese Woche bereits zweimal vor den deutschen Ermittlern ausgesagt. In den 22-stündigen Vernehmungen berichtete der vor kurzem inhaftierte Manager unter anderem über Schmiergeldpraktiken des Konzerns im Vorfeld eines Großauftrags für die Olympischen Spiele 2004 in Athen. Dabei soll er den 2003 verstorbenen ehemaligen Siemens-Personalchef Peter Pribilla schwer belastet haben. Vorwürfe, wonach er selbst an Bestechungszahlungen zur Erlangung eines 500-Millionen-Rahmenvertrages mit der griechischen Telefongesellschaft OTE beteiligt gewesen sein soll, wies Christoforakos zurück. "Mein Mandant hat mit direkten Bestechungszahlungen für Aufträge nicht das Geringste zu tun und allenfalls Landschaftpflege zur Verbesserung wichtiger Kontakte betrieben", zitiert der SPIEGEL seinen Strafverteidiger Stefan Kursawe. Wie der SPIEGEL weiter schreibt, wollen seine Anwälte erreichen, dass der Ex-Manager in Deutschland so schnell wie möglich per Strafbefehl zu einer Bewährungsstrafe und Geldauflage von knapp einer Millionen Euro verurteilt wird. Dadurch soll vermieden werden, dass Christoforakos sich wegen derselben Delikte auch noch in Athen verantworten muss. Kommende Woche soll der Deutsch-Grieche erneut von der Münchner Staatsanwaltschaft vernommen werden.