Misshandlungen in Guantanamo trotz Obamas Folterverbot
In Guantanamo werden Gefangene nach wie vor misshandelt, obwohl Präsident Obama jede Form der Folter verboten hat. Das berichtet DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. Es geht um den Fall des 43-jährigen Algeriers Lakhdar Boumediene, der zu den prominentesten Gefangenen in Guantanamo gehörte, weil er im Juni 2008 vor dem Supreme Court in Washington siegte und dann von einem Bundesgericht freigesprochen wurde. Dennoch musste er noch ein halbes Jahr in Guantanamo bleiben, trat deshalb in einen Hungerstreik und sei, wie er dem SPIEGEL sagte, bei der Zwangsernährung misshandelt worden. Robert Kirsch, ein renommierter Anwalt aus Boston, erzählt dem SPIEGEL, sein Mandant sei in eine Zelle gesperrt worden, "die auf zehn Grad Celsius heruntergekühlt war, seine Matratze stank nach Fäkalien, Essensresten und Erbrochenem". Eine Delegation des Pentagon, die sich ein Bild über die Verhältnisse in Guantanamo verschaffte, berichtete ebenfalls von Übergriffen einer Sondereinheit des Wachpersonals.