Verteidigungsminister knicken vor Rüstungskonzern EADS ein
Der europäische Rüstungskonzern EADS darf sich freuen: Die am verkorksten Militärtransporter Airbus A400M beteiligten europäischen Nationen knicken ein. Bei einem Treffen am kommenden Freitag in Frankreich wollen die Verteidigungsminister ihre Drohung zurücknehmen, den Kaufvertrag Ende Juli wegen nicht erbrachter Leistungen zu kündigen. Vergangene Woche verständigten sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die übrigen vier Partner bereits auf die Formel: "Wir bleiben im Programm." Die Ministertagung gerät so zur Formsache, zugleich wird die Verhandlungsposition der um Jahre in Verzug geratenen EADS-Tochter Airbus gestärkt. Die Entwicklung des Militiärtransporters leidet an Management-Fehlern und vielen technischen Problemen. Der europäischen Rüstungsbehörde OCCAR hat Airbus bereits angekündigt, die A400M werde die vereinbarten Leistungen nicht erbringen, also weniger Nutzlast tragen und nicht so weit fliegen können wie geplant. Um einen Teil seiner Milliardenverluste auf die Steuerzahler abzuwälzen, verlangt der Konzern von den Kunden obendrein mehr Geld und den Verzicht auf empfindliche Strafzahlungen, die bei verspäteter Lieferung fällig würden. Die Nationen wollen nun "hart" mit den Flugzeugbauern verhandeln bis zum Jahresende. Wenn die A400M bis dahin immer noch nicht fliegt, eröffnet sich laut Vertrag zwar nochmals eine Möglichkeit, zu kündigen. Dass die nachsichtigen Besteller davon Gebrauch machen, gilt nun aber als unwahrscheinlich. Sollten sie es dennoch tun, müsste Airbus knapp sechs Milliarden Euro zurückzahlen. Für die A400M liegen 192 Aufträge im Wert von gut 20 Milliarden Euro vor. Die deutsche Luftwaffe soll 60 Maschinen erhalten.