Ehefrau des entführten "Hansa Stavanger"-Kapitäns will Reederei anzeigen
Die Ehefrau des Kapitäns des deutschen Frachters "Hansa Stavanger", der seit mehr als 100 Tagen von somalischen Piraten festgehalten wird, will die Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. "Es liegt in der Hand der Reederei, die Geiselnahme zu beenden", sagt sie. Das Unternehmen feilsche extrem hart um das Lösegeld und bewege sich nicht mehr. Firmenchef Frank Leonhardt möchte sich zu den Verhandlungen nicht äußern. Im Streit um die richtige Taktik gegen somalische Piraten geraten Deutschlands Schiffseigner derweil auch in der eigenen Branche unter Druck. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hatte der Bundesregierung vorgeschlagen, Soldaten auf besonders gefährdeten Schiffen mitfahren zu lassen. Das Verteidigungsministerium lehnt die Idee ab. "Man kann so etwas nicht gutheißen", sagt nun auch Kapitän Karlheinz Römer vom Verband Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere. Die Gefahr für die Mannschaften sei bei Gefechten zu groß. Den Vorwurf des Verteidigungsministeriums, die meisten Schiffe würden nicht auf die geschützten Konvois durchs Piraten-Revier warten und sich dadurch in Gefahr bringen, kontert der VDR: Es gebe oft organisatorische Probleme bei den Konvois, und die Kommunikation mit den Kriegsschiffen sei schwierig.