Zweifel an Notwehrversion nach tödlichem Polizeieinsatz
Ein neues rechtsmedizinisches Gutachten zum Tod des Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg könnte den Ermittlungen über den fatalen Polizeieinsatz vom 30. April eine Wende geben. Der Schussexperte Bernd Karger aus Münster kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass der 24-Jährige vermutlich erst durch eine der letzten von insgesamt 16 Kugeln getötet wurde, die ein Polizeikommando auf ihn abgefeuert hatte. Die Familie Eisenbergs hatte Karger mit einer weiteren Obduktion beauftragt. Ein Mitbewohner des Musikstudenten hatte die Polizei gerufen, da er sich von Eisenberg mit einem Messer bedroht fühlte. Acht Beamten war es trotz angeblichen Pfefferspray- und Schlagstockeinsatzes nicht gelungen, dem Studenten ein Küchenmesser abzunehmen. Die Polizisten wollen in Notwehr geschossen haben, insgesamt 16-mal. Vier Kugeln trafen den Studenten von hinten. "Die Notwehrthese wäre so unmöglich zu halten", sagt der Anwalt der Familie, Helmut von Kietzell. Eine endgültige Analyse wird Karger erst nach Akteneinsicht liefern.