Rentengarantie überflüssig - DER SPIEGEL
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Rentengarantie überflüssig

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Besser als erwartet entwickelt sich die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres nahmen die Alterskassen Beiträge in Höhe von 87,8 Milliarden Euro ein, ein Zuwachs um 0,9 Prozent. Werden die Überweisungen der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit zugunsten von Erwerbslosen mitgezählt, stiegen die Einnahmen in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres sogar um 1,2 Prozent. Noch im Frühjahr hatten Experten damit gerechnet, dass die durchschnittlichen Löhne und damit die Beitragseinnahmen der Rentenkasse sinken würden. Laut damals gültiger Rentenformel hätten deshalb die Altersbezüge 2010 gesenkt werden müssen. Daraufhin hatte die Große Koalition ein Gesetz verabschiedet, nach dem die Renten niemals gekürzt werden dürfen. Nach den jüngsten Zahlen wäre diese Rentengarantie jedoch zumindest im nächsten Jahr überflüssig. Zugleich erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung den Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung im nächsten Jahr stabil halten kann. Setzt sich der Trend der vergangenen Monate fort, werden sich Einnahmen und Ausgaben der Alterskassen in 2009 voraussichtlich die Waage halten. Entsprechend beliefe sich die Rücklage der Rentenkassen weiter auf rund 16 Milliarden Euro, deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve.