Umgang der Bahn mit Schwarzfahrern bläht Kriminalstatistik
Die Kriminalitätsrate in Deutschland könnte in den nächsten Monaten drastisch ansteigen. Grund dafür ist nicht etwa, dass mehr Verbrechen begangen werden, sondern dass die Bahn einen neuen Umgang mit Schwarzfahrern pflegt. Der Konzern hat begonnen, jedes Mal Strafanzeige wegen Leistungserschleichung zu erstatten, wenn ein Schwarzfahrer erwischt wird. Bleibt die Bahn bei dieser Neuregelung, würde dies eine Zunahme der Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik um mehr als 600 000 Fälle pro Jahr bedeuten und damit einen Anstieg der Summe aller Straftaten um rund zehn Prozent. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist nicht begeistert. Die Bundespolizei müsste etwa 200 Bedienstete abstellen, um die zusätzlichen Strafanzeigen zu bearbeiten. Deshalb soll es jetzt Gespräche mit den Staatsanwaltschaften geben, ob die Taten überhaupt verfolgt würden. Bliebe es bei der bisherigen Praxis, Strafanzeigen wegen Schwarzfahrens in vielen Fällen einzustellen, wäre das Vorgehen der Bahn nicht mehr als ein gewaltiges Beschäftigungsprogramm.