Biedenkopf warnt vor dem Fetisch Wachstum - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Biedenkopf warnt vor dem Fetisch Wachstum

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der christdemokratische frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf sieht in einem verfehlten Wachstumsbegriff die Ursache der derzeitigen Wirtschaftskrise. "Das Wachstum ist zum Fetisch geworden, mit all den irrationalen Konsequenzen, die wir heute als Ausbeutung der Umwelt, Zerstörung des Klimas und Belastung nachfolgender Generationen erleben", sagte er dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Das Wachstum sei seit den siebziger Jahren durch Staatsverschuldung angekurbelt worden. Diese Politik sei durch durch die Verschuldung von Unternehmen und Privathaushalten flankiert worden. "Es war eine entgrenzte, aus den Fugen geratene Entwicklung", so Biedenkopf. "Wir alle haben seit Jahren über unsere Verhältnisse gelebt." Sein Fazit: "Wir müssen unseren Lebensstil ändern", das 21. Jahrhundert müsse ein Jahrhundert der Bescheidenheit werden.