Mutmaßlicher Journalisten-Mörder nennt Hintermänner
Nachdem Alexej Pukatsch, 56, in der vergangenen Woche als mutmaßlicher Mörder des Enthüllungsjournalisten Georgij Gongadse festgenommen wurde, kündigte er in einem vom ukrainischen Geheimdienst SBU verbreiteten Video an, drei Hintermänner der Bluttat zu nennen. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll er bereits zwei Namen preisgegeben haben: Wladimir Litwin, zum Zeitpunkt des Mordes im September 2000 Administrationschef des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma, heute einflussreicher Parlamentssprecher sowie wahrscheinlicher Präsidentschaftskandidat. Litwin erklärte dazu, er hoffe auf eine "objektive Untersuchung". Und, zweitens, Wiktor Krawtschenko, ehemaliger Innenminister Kutschmas. Der Spitzenpolitiker soll sich 2005 wenige Stunden vor einem Verhör selbst getötet haben. Gongadse hatte in seiner Internet-Zeitung "Ukrainska Prawda" wiederholt die Korruption im Umfeld von Kutschma angeprangert. Gongadses Leichnam wird noch immer tiefgekühlt in Kiew aufbewahrt.