Verteidigungsminister Jung warnt seinen US-Amtskollegen Gates vor Scheitern des transatlantischen "Meads"-Projektes
In einem Brandbrief an seinen US-Kollegen Robert Gates hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vor dem Scheitern des transatlantischen Prestigeprojekts "Meads" gewarnt. Das Waffensystem zur Abwehr von Fluggerät und ballistischen Raketen steht kurz vor dem Aus. Der Grund: Es verteuert und verspätet sich erneut. Ferner will die U. S. Army die Gemeinschaftsentwicklung Deutschlands, Italiens und der USA in ein amerikanisch geführtes Programm umwandeln. Sie will zudem rein amerikanische Computer-Software verwenden, in die Europäer wohl keinen Einblick hätten. In seinem Brief verwahrt sich Jung gegen diese Absichten. Die "gemeinsamen Programmziele" dürften "nicht beeinträchtigt werden". Meads müsse ein "eigenständiges System" bleiben. Die 1995 verabredete Waffe sollte bereits 2005 einsatzbereit sein. Deutschland ist mit 25 Prozent an den Entwicklungskosten beteiligt und soll nach jüngstem Stand rund 1,25 Milliarden Euro aufbringen. Weitere Milliarden sind für die Beschaffung von zunächst zwölf Systemen nötig, die etwa 2015 beginnen sollte. Für den Fall, dass Gates die U. S. Army nicht zum Einlenken zwingt, erwägt das Berliner Wehrressort den Ausstieg aus dem Projekt, das im Bundestag umstritten ist.