Sauerland-Prozess belastet deutsch-türkisches Verhältnis - DER SPIEGEL
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Sauerland-Prozess belastet deutsch-türkisches Verhältnis

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Das umfangreiche Geständnis der vier Islamisten im Sauerland-Prozess droht die deutsch-türkischen Beziehungen zu belasten. Die deutschen Sicherheitsbehörden wünschen Aufklärung darüber, ob es beim türkischen Geheimdienst ein Leck gibt, durch das geheime Ermittlungsinformationen aus Deutschland an islamistische Terrorverdächtige durchgesickert sind. Einer der Angeklagten im Sauerland-Prozess, Attila Selek, hatte ausgesagt, die Zünder für den geplanten Anschlag seien von einem türkischen Islamisten namens Mevlüt K. in Istanbul übergeben worden. In zwei Fällen sei K. während eines Vorbereitungstreffens für etwa eine Stunde verschwunden und habe nach seiner Rückkehr offenkundige Insider-Informationen präsentiert. K. habe unter anderem die Namen von mehreren Personen aus dem Umfeld von Selek und Fritz Gelowicz, dem Kopf der Sauerlandgruppe, gewusst, die in einem an die türkischen Behörden übermittelten vertraulichen Dossier des Bundeskriminalamts gestanden hatten. Zur Erklärung habe er dem verblüfften Selek gesagt, er habe "Bekannte" im türkischen Sicherheitsapparat, die ihn unterstützten. Nach Angaben von Selek habe K. auch berichtet, dass "die CIA Interesse an ihm selbst habe". Der türkische Geheimdienst hat gegenüber den deutschen Behörden mittlerweile informell eingeräumt, K. sei tatsächlich als Informant geführt worden, allerdings nicht mehr zum Zeitpunkt der Zünderbeschaffung. Laut Selek hat Mevlüt K. Gelowicz bereits im Herbst 2004 kennengelernt. Selek selbst habe K. das erste Mal im März 2005 in Istanbul getroffen.