Liechtensteiner Treuhänder Batliner bestreitet geschäftliche Beziehungen zur CDU
Der Liechtensteiner Treuhänder Herbert Batliner will in der CDU-Parteispendenaffäre nicht vor einem deutschen Untersuchungsausschuß aussagen. Ausführlich äußern würde er sich nur im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens, sagte Batliner in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Er bestritt zugleich, geschäftliche Beziehungen zur Union unterhalten zu haben: "In keinem einzigen Fall taucht die CDU als Vertragspartnerin oder Begünstigte einer Stiftung in meinen Unterlagen auf."
Batliner bestätigte allerdings gegenüber dem SPIEGEL, für den früheren Generalbevollmächtigten der CDU-Schatzmeisterei, Uwe Lüthje, am 19. März 1982 eine Stiftung mit dem Namen "Norfolk" gegründet und namens der Stiftung bei einer Schweizer Bank ein Konto eingerichtet zu haben. Für ihn sei dabei aber nicht erkennbar gewe-sen, dass hinter Lüthje eine Partei gestanden habe. Von Kontobewegungen habe er ebenfalls nie Kenntnis bekommen.
Der Liechtensteiner Treuhänder räumte erstmals offiziell ein, die im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre bekannt gewordene Stiftungen "Aspe" und "Interdroit" gegründet zu haben. Diese Einrichtungen dienten der CDU/CSU in den sechziger und siebziger Jahren als Geldwaschanlagen. Diese Stiftungen seien aber ebenfalls von einzelnen Privatpersonen gegründet worden, deren Anbindung an eine Partei nicht erkennbar gewesen sei.
Batliner äußerte sich im SPIEGEL auch über sein Verhältnis zu Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Er habe den CDU-Politiker vor einigen Jahren in Salzburg kennengelernt und ihn daraufhin mehrfach bei gesellschaftlichen Anlässen getroffen. Einmal sei der damalige Kanzler auch zum Wandern in das Fürstentum gekommen. Zu keinem Zeitpunkt hätten sie über Stiftungen oder Konten in Liechtenstein gesprochen. Er selbst habe dem CDU-Politiker nicht eine einzige Mark gegeben, sagte Batliner: "Das schwöre ich bei meinem Augenlicht."