Neue Vorwürfe gegen Rau und Clement, Landesregierung und WestLB unterstützten Ost-SPD
Die NRW-Landesregierung hat 1990, geführt von Johannes Rau, mit Hilfe der Westdeutschen Landesbank (WestLB) Wahlkampfhilfe für die SPD in der DDR geleistet. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Wie jetzt aufgetauchte Akten belegen, hat die WestLB im Januar 1990 in Ost-Berlin im Auftrag der Regierung von Ministerpräsident Johannes Rau eine NRW-Vertretung eröffnet, deren Mitarbeiter von der WestLB bezahlt wurden, aber direkt dem damaligen Chef der Düsseldorfer Staatskanzlei, Wolfgang Clement, unterstellt waren. Über das Ost-Berliner Büro half die NRW-Regierung 1990 dem SPD-Spitzenkandidaten Manfred Stolpe im brandenburgischen Landtagswahlkampf. So ließ Georg Wilhelm Adamowitsch, damals Leiter des Büros von Rau, dem SPD-Spitzenmann Stolpe über das Ost-Berliner Büro Argumentationshilfen für den Wahlkampf zukommen.
Das Düsseldorfer Kabinett benannte im August 1990 eine Liste von "Ansprechpartnern in den Ressorts der Landesregierung für Herrn Konsistorialpräsidenten Dr. Stolpe", obwohl Stolpe zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei politisches Amt inne hatte. Danach hatte jedes Ressort einen hochrangigen Ministerialen als Stolpe-Helfer zur Verfügung zu stellen.
Neben dem NRW-Büro in Ost-Berlin ist laut SPIEGEL auch die Brüsseler NRW-Vertretung zeitweilig von der WestLB betrieben worden. Zu diesem Zweck schloß das Land mit der WestLB Geschäftsbesorgungsverträge ab.