CDU-Angestellter unterschlug 2,2 Millionen Mark
Im Fall des ehemaligen CDU-Mitarbeiters Franz-Josef Reischmann, der die Partei beträchtlich geschädigt hat, hat der hessische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Roland Koch der Öffentlichkeit bisher wichtige Details vorenthalten. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Reischmann hat in der Zeit vom 1. Januar 1988 bis zum 4. August 1992 die Partei und auch die hessische Landtagsfraktion um insgesamt 2227849,88 Mark betrogen.
Als Quelle nennt der SPIEGEL ein zehnseitiges vertrauliches Papier, das die damaligen CDU-Wirtschaftsprüfer Weyrauch und Kapp am 17. März 1993, im Auftrag der Hessen-Union erstellt haben. Darin waren die Prüfer zu dem Ergebnis gekommen, dass die Verfehlungen des Ex-Referenten strafrechtlich "als Urkundenfälschung, Untreue und Betrug zu qualifizieren" seien.
Laut SPIEGEL ist für den Landesrechnungshof, der die Fraktionskassen prüft, der Fall "völlig neu". Zwar hat sich die Hessen-CDU rund 550000 Mark von ihrem untreuen Ex-Angestellten zurückgeholt, 1,7 Millionen Mark jedoch sind bis heute nicht ersetzt worden.