Nato-Generalsekretär Robertson zeigt Verständnis für Moskaus Krieg
Der Kosovo-Krieg der Nato habe die Notwendigkeit für den Aufbau einer Europa-Armee gezeigt, glaubt Nato-Generalsekretär George Robertson. "Für den Einsatz mussten wir 40 000 Leute zusammenkratzen; da bestanden unsere Armeen nur auf dem Papier." In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL weist der ehemalige britische Verteidigungsminister alle Befürchtungen zurück, die künftigen militärischen Kapazitäten der EU könnten eine Entfremdung zwischen den europäischen Nato-Partnern und den USA hervorrufen: "Wir machen die Nato nicht schwächer, sondern stärker." Mit großem Verständnis betrachtet Robertson den Krieg der Russen in Tschetschenien. Zwar verurteilt Robertson die unverhältnismäßige Gewaltanwendung bei der Erstürmung Grosnys, gibt aber zu, dass die Gründe für Moskaus Einmarsch nachvollziehbar sind: "Moskau ist besorgt über das Überschwappen des Aufstandes nach Dagestan, die Zunahme des Terrorismus und die möglichen Verbindungen zu städtischen Terrorgruppen in Russland."