Justizministerin will Gastschüler-Betreuung verbessern
Justizministerin Herta Däubler-Gmelin will die Betreuung von Jugendlichen verbessern, die als Gastschüler ins Ausland reisen. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe berichtet, will die Bundesregierung im April einen Entwurf zur gesetzlichen Regelung von Jugendreisen vorlegen.
Laut SPIEGEL haben vor allem Beschwerden über Probleme im Gastschüler-Programm mit den USA etliche Bundestagsabgeordnete dazu veranlasst, das Justizministerium zum Handeln zu drängen. "Was da teilweise passiert, ist eine Katastrophe, das kann die Psyche für das ganze Leben prägen", zitiert der SPIEGEL den CDU-Abgeordneten Wolfgang Börnsen, der im Bundestag für das Parlamentarische Partnerschaftsprogramm verantwortlich ist.
In den letzten Jahren ist die Zahl der deutschen Gastschüler in den USA auf 12000 pro Jahr gestiegen. Den Markt teilen sich 68 Anbieter, darunter laut SPIEGEL etliche "zwielichtige Firmen", die "alles versprechen, aber nur eines im Sinn haben: möglichst viel Geld abzuziehen." Die Kosten für einen Gastaufenthalt liegen zwischen 12000 und 50000 Mark.
Die stark gewachsene Nachfrage hat dazu beigetragen, dass Veranstalter zunehmend Probleme haben, geeignete Gastfamilien zu finden. Immer mehr Eltern klagten darüber, schreibt DER SPIEGEL, dass ihre Kinder in den USA schlecht behandelt oder ausgenutzt würden. Eine 17-jährige Schülerin, die keine Post empfangen durfte, den Garten der Gasteltern säubern und die verwahrlosten Hunde betreuen musste, wird mit den Worten zitiert: "Ich habe mich wie eine Leibsklavin gefühlt."