Dubioses Immobiliengeschäft der Thüringer CDU - DER SPIEGEL
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Dubioses Immobiliengeschäft der Thüringer CDU

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Grundstücksgeschäft bringt die Thüringer CDU in Erklärungsnot. Der "Hausverein des Regionalverbandes Eisenberg, Jena-Land, Jena-Stadt und Stadtroda der Christlich Demokratischen Union Deutschlands" hatte im Jahr 1993 der Stadt Jena ein Haus für 170000 Mark abgekauft. Das war offensichtlich ein gutes Geschäft: Das Thüringer Landesverwaltungsamt beanstandet jetzt den Verkauf als "unzulässige Unterwertveräußerung". Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL bezifferte ein Gutachten des städtischen Katasteramtes den Wert der Immobilie auf rund 710000 Mark. Bei der Überprüfung des Vorganges stießen die Kontrolleure auch auf zwei Grundschuldbestellungsurkunden. Daraus ging hervor, dass der CDU-Verein, dem der Thüringer Wirtschaftsstaatssekretär Roland Richwien damals vorstand, 1995 bei der Bayerischen Vereinsbank Darlehen von 1,28 Millionen Mark aufgenommen hatte. Lediglich 88000 Mark seien in das Haus investiert worden, räumte der Verein gegenüber dem Landesverwaltungsamt ein; über den Verbleib von rund einer Million Mark machte er allerdings keine Angaben.