Seltsame Wissenslücken beim BKA
Bemerkenswerte Wissenslücken bezüglich militanter Neonazis offenbart das Bundes-kriminalamt (BKA). Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL schreibt, kommt die Behörde in einer Analyse einer Terrorliste der neonazistischen "Anti-Antifa Saarpfalz" beispielsweise zu dem Ergebnis, diese habe nur "vage Bezüge zu klassischen Feind-bildern der rechtsextremistischen Szene". Dabei werden in dieser Liste, die unter dem Titel "Der Wehrwolf - stoppt Rotfront-, Dämocraten- und Zionistenterror" zu Aktionen auffordert, Adressen von Abgeordneten und jüdischen Einrichtungen veröffentlicht. Zur "Anti-Antifa Saarpfalz Ludwigshafen" liegen dem BKA angeblich " keine Erkenntnisse vor". Unter der Postfach-Anschrift der rechtsextremen Gruppe ruft jedoch der verurteilte Neonazi Stefan Michael Bar regelmäßig zu Aktionen gegen "Dämocraten und Zionistenterror" auf. Das BKA hält es für "unwahrscheinlich", dass die im "Wehrwolf"-Aufruf Genannten gefährdet sind. Solche "Sammlung von Namen", so die Begründung, "hatten lediglich zu Straftaten auf lokaler Ebene zum Nachteil von Personen des linken Spektrums geführt." Nicht erwähnt wird dabei, dass die Neonazis der "Anti-Antifa Aktion" ihre Kameraden zur Eigeninitiative auffordern: "Wie Ihr letztlich mit diesen Informationen umgeht, überlassen wir Euch." Bei möglichen Aktionen sei jedoch "Feingefühl gefragt".