Pechstein-Anwalt Krähe kritisiert Medienevent - DER SPIEGEL
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Pechstein-Anwalt Krähe kritisiert Medienevent

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Der Anwalt der wegen Dopings gesperrten Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, Christian Krähe, geht im Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL auf Distanz zur medialen Inszenierung der sich verteidigenden fünfmaligen Olympiasiegerin. Zu der am vergangenen Donnerstag live im Fernsehen gezeigten Darstellung ihrer Argumente gegen ihre zweijährige Sperre sagte Krähe: "Ich war zu dem Zeitpunkt bei einer Verhandlung am Bodensee und habe das nicht verfolgt. Ich war auch nicht an der Vorbereitung dieses Medienevents beteiligt." Auch dass ein Mitarbeiter der Agentur, die Claudia Pechstein berät, in das Kliniklabor in Hamar eingedrungen ist, missfiel dem Konstanzer Anwalt, der selbst zu den zwölf deutschen Schiedsrichtern am Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne gehört. "Ich habe davon aus dem Videotext erfahren. Ich hätte mir ein intelligenteres Verhalten gewünscht. Das war nicht besonders hilfreich." Der CAS wird im Berufungsverfahren über die Sperre, die wegen extrem auffälliger Blutwerte ausgesprochen worden war, entscheiden. Krähe sagte dem SPIEGEL, seine Verteidigung beruhe hauptsächlich auf dem sogenannten Rückwirkungsverbot. "Das bedeutet, dass alle zwischen 2000 und 2008 ausgewerteten Proben in diesem Fall nichts zu suchen haben, weil sie vor Inkrafttreten des neuen Wada-Codes im Januar 2009 genommen wurden. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde der Blutpass der Athleten als indirektes Beweismittel anerkannt." Krähe selbst hatte die Wada bei der Ausarbeitung des neuen Codes unterstützt. Er sehe vor, "dass Schlussfolgerungen für Dopingsperren aus dem Profil einer Reihe von Blut- oder Urinproben gezogen werden dürfen. Er sagt aber nicht, dass dazu alte Proben benutzt werden dürfen".