Deutsche Bank plant Lobbybüro in Berlin - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutsche Bank plant Lobbybüro in Berlin

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Deutsche Bank erwägt, ihre Lobbyarbeit massiv auszubauen und eine Repräsentanz in Berlin zu eröffnen. Bank-Chef Josef Ackermann hat dazu schon vor geraumer Zeit ein sogenanntes Hauptstadtkomitee eingerichtet, in dem neben dem pensionierten Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck beispielsweise auch Rainer Neske sitzt, der seit April Vorstandsmitglied des Geldhauses ist. Neske betreut das Projekt von Frankfurt am Main aus. Er ist der Überzeugung, das Institut brauche einen Brückenkopf in die Politik. Der direkte Zugang von Bank-Chef Ackermann zu Kanzlerin Angela Merkel oder Finanzminister Peer Steinbrück reiche nicht aus. Hintergrund der Überlegungen ist auch die Tatsache, dass der einst mächtige Bundesverband deutscher Banken (BdB) "nur noch ein Schatten seiner selbst ist", wie ein Manager der Deutschen Bank spottet. Jedenfalls habe sich der BdB in den vergangenen Wochen und Monaten bei keinem der relevanten Finanzthemen Gehör verschaffen können. Dass sich Heydebreck offenbar Hoffnungen macht, die Leitung des Büros zu übernehmen, stößt in der Bank nicht auf ungeteilte Begeisterung. "Wir brauchen auf dem Posten keinen Frühstücksdirektor", sagt ein Kritiker, "sondern einen intelligenten, engagierten und im Politikbetrieb bestens verdrahteten Mann – oder auch eine Frau."