Ex-Conti-Chef Wennemer attackiert Großaktionär Schaeffler
Der ehemalige Chef der Continental AG, Manfred Wennemer, wirft dem Conti- Großaktionär Schaeffler vor, gegen den Geist der Investorenvereinbarung zu verstoßen. Es liege an den Aufsichtsräten, das Allerschlimmste zu verhindern, sagte er dem SPIEGEL. Er hoffe, dass sie sich "nicht zu Stimmgebern für die Familie Schaeffler degradieren lassen". Parallel sei es notwendig, dass Conti einen "kompetenten, unabhängigen und allseits geachteten Aufsichtsratsvorsitzenden bekommt".
Es wäre, "auch wegen des möglichen Interessenkonflikts, für alle das Beste, wenn man die Position neu besetzen würde". Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Koerfer ist zugleich enger Berater der Familie Schaeffler, die auf der letzten Sitzung des Gremiums versucht hatte, Wennemers Nachfolger bei Conti, Karl-Thomas Neumann, abzulösen, aber am Widerstand der Arbeitnehmervertreter gescheitert war.
Wennemer forderte die Banken auf, sich stärker einzumischen und der Familie zu sagen, was zu geschehen hat. "Die Banken sitzen am langen Hebel, sie müssen ihn endlich bewegen", so Wennemer. "Wenn man die Zahlen betrachtet, dann gehört Schaeffler eindeutig den Banken und nicht mehr der Familie." Die Familie habe "alles verloren, was zu verlieren war, ihr bisheriges Vermögen und ihre Reputation". Sie "müsste das endlich akzeptieren und versuchen, daraus das Beste für Schaeffler und Continental zu machen".