Mehrere Kunden wollen Versandhändler Otto verklagen - DER SPIEGEL
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Mehrere Kunden wollen Versandhändler Otto verklagen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Panne bei der Preisangabe für verschiedene Computer beim Versandhändler Otto hat möglicherweise ein juristisches Nachspiel. Ende Juli hatte der Konzern in seinem Online-Shop diverse Notebooks, vor allem der Fabrikate Macbook Pro und Air der Marke Apple für nur 49,95 Euro zuzüglich Versandkosten angeboten. Die regulären Preise betrugen jedoch 1699 Euro beziehungsweise 1299 Euro. Die Panne sprach sich blitzschnell herum, mehr als 2500 Kunden bestellten innerhalb kurzer Zeit Computer zu diesem Niedrigstpreis, manche sogar mehrere – insgesamt sollten 6534 Geräte ausgeliefert werden. Jeder der Besteller erhielt per Mail eine Bestellbestätigung, die den Billigpreis vermerkte. Als Otto den Schaden bemerkte, bekamen alle Kunden einen Brief, in dem es hieß, dass man "die Ware nicht zum angegebenen Preis liefern" könne. Selbst wenn die Bestellung eingegangen sei und die Bestellbestätigung versandt wurde, sei "noch kein Vertrag zustande gekommen". Dieser sei "erst mit Zugang der Ware beim Kunden wirksam". Zum Trost bekam jeder Besteller einen Einkaufsgutschein über 100 Euro. Außerdem wurden unter den rund 2500 Bestellern 50 Notebooks verlost. Doch nicht alle wollen sich mit dieser Geste zufriedengeben. Nach Angaben von Otto hätten sich "mehrere Kunden" schriftlich an den Versandhändler gewandt und auf der Bestellung zum angegebenen Preis beharrt. Die exakte Zahl wollte das Unternehmen nicht nennen. Einige dieser Kunden haben angekündigt, die Ware vor Gericht einklagen zu wollen. Juristen sind sich jedoch uneinig, ob eine Klage echte Chancen hätte.