Haftbefehl gegen fünften Mann der Sauerland-Gruppe
Die Karlsruher Bundesanwaltschaft hat am vergangenen Donnerstag beim Bundesgerichtshof einen Haftbefehl gegen Mevlüt K. wegen der Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung beantragt. Der 30 Jahre alte Türke steht im Verdacht, den vier Mitgliedern der "Sauerland-Zelle" geholfen zu haben, 26 Sprengzünder für eine geplante Anschlagsserie nach Deutschland zu schaffen. Das geht unter anderem aus den Aussagen des Angeklagten Atilla Selek hervor, die dieser gegenüber Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) machte. Ohne die Hilfe von K. hätte er "es nicht geschafft", sagte Selek. Tatsächlich hatte K. nach Erkenntnissen des BKA zu diesem Zweck ein eigenes Dschihadisten-Netzwerk in Deutschland und auf dem Balkan eingespannt. In Deutschland laufen gegen Mevlüt K., der bis 2002 in Ludwigshafen lebte, bereits seit mehreren Jahren Ermittlungsverfahren wegen Terrorverdachts, er gilt als schillernde Figur. Laut Selek fungierte K. in Istanbul als Anlaufstelle für Islamisten, die in Tschetschenien kämpfen wollten. Zudem habe er behauptet, in der Vergangenheit mit dem Qaida-Mann Abu Mussab al-Sarkawi zusammengearbeitet zu haben. Zugleich war K. allerdings Zuträger des türkischen Geheimdienstes (SPIEGEL 17/2009). Ermittler vermuten ihn weiterhin in der Türkei. Bei einem Treffen mit Selek in Istanbul beeindruckte K. diesen mit Insiderwissen, das er offensichtlich von staatlichen Stellen bezog. Mevlüt K. mache "ganz gefährliche Sachen" mit Geheimdiensten, erklärte Selek in seiner Aussage.