Neuauflage des Springer-Tribunals droht das Aus
Die geplante Neuauflage eines Springer-Tribunals, 41 Jahre nach 1968, droht an der Verweigerung prominenter Alt-68er zu scheitern. Die Leitfiguren der Studentenproteste sollten ursprünglich im Oktober in der Berliner Axel-Springer-Verlagszentrale zusammenkommen. Nach den Stasi-Enthüllungen über den Polizisten Karl-Heinz Kurras, der am 2. Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte, war geplant, über eine Neubewertung der damaligen Anti-Springer- Proteste zu diskutieren. Inzwischen, so heißt es, soll der geplante Veranstaltungstermin auf Ende November verschoben werden. Doch größere Schwierigkeiten bereitet es Thomas Schmid, 63, dem Chefredakteur der "Welt"-Gruppe, Initiator des Springer-Tribunals 2009 und einst selbst Anti-Springer-Demonstrant, seine alten Weggefährten zur Teilnahme zu bewegen. Aus der ersten Garde der Studentenbewegung hagelt es bereits Absagen: von Rudi-Dutschke-Freund Christian Semler über Daniel Cohn-Bendit bis zum Schriftsteller Peter Schneider. Damit droht der Neuauflage des Springer-Tribunals das gleiche Schicksal wie dem im Februar 1968 geplanten Original das vorzeitige Aus.