Middelhoff lobte sich zum Abschied - DER SPIEGEL
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Middelhoff lobte sich zum Abschied

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Thomas Middelhoff, Ex-Vorstandsvorsitzender des insolventen Arcandor-Konzerns, litt am Ende seiner Amtszeit allem Anschein nach unter Realitätsverlust. Am 26. Februar 2009, zwei Tage vor seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen, schrieb er in einem Brief an ausgewählte Manager des Unternehmens: "Rückblickend steht fest, dass das Ziel, den Konzern zu retten und auf eine tragfähige Basis zu stellen, erreicht wurde. Wir haben dem Konzern durch die Bildung der Thomas Cook Group, die zu Recht eine Ertragsperle genannt wird, und den Turnaround von Primondo und Karstadt eine stabile Gewinnbasis verschafft." Der vorläufige Insolvenzverwalter des mittlerweile pleitegegangenen Konzerns, Klaus Hubert Görg, hatte in der vorvergangenen Woche Middelhoff scharf attackiert – freilich ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. "Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden", sagte er der "Welt am Sonntag". Außerdem kritisierte Görg, der "dienstliche Aufwand" des Vorstands sei "sehr hoch" gewesen. Middelhoff hatte für Geschäftsreisen gern einen eigens gecharterten Privatjet genutzt, was allein im Jahr 2006 über 800.000 Euro verschlang. Zudem bezahlte Arcandor ihm eine Dienstwohnung in Düsseldorf, die 3500 Euro im Monat kostete (SPIEGEL 29/2009).