Arbeitsminister Scholz rechnet mit weniger als vier Millionen Arbeitslosen in diesem Jahr - DER SPIEGEL
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Arbeitsminister Scholz rechnet mit weniger als vier Millionen Arbeitslosen in diesem Jahr

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz glaubt, dass wegen des konjunkturelle Einbruchs die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten zwar steigen wird. "Aber wir werden wohl in diesem Jahr unter der Marke von vier Millionen bleiben", sagt Scholz in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin Der SPIEGEL. Mit Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung sagt Scholz, die Experten hätten bisher "ziemlich daneben gelegen" und die Wirkung der Kurzarbeit unterschätzt. Die Vermutung, dass sich die Unternehmen mit Rücksicht auf die Wahl zurückgehalten hätten und im Herbst eine Entlassungswelle drohe, hält er für "Unsinn". Aus seinen Gesprächen mit Personalchefs und Betriebsräten habe er nicht den Eindruck gewonnen, "dass die Kurzarbeiter von heute samt und sonders die Entlassenen von morgen sein werden". Angesichts des bevorstehenden Fachkräftemangels müsse der Staat dafür sorgen, dass "künftig kein Jugendlicher mit weniger als einer Berufsausbildung in das Arbeitsleben strebt", sagt Scholz im SPIEGEL. Dies sei sein Ziel in der nächsten Legislaturperiode. Dass jedes Jahr mehr als 60.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen, nannte Scholz "ein Staatsversagen". Die Arbeitsverwaltung müsse bereits in der Schule Kontakt zu allen Jugendlichen haben, um zu erfahren, welchen Weg die Schulabgänger einschlagen. Dies gehe nur in Kooperation mit den Ländern. Dort habe man wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen schon gute Erfahrungen mit einem Berufswahlpass gemacht. "Etwas Vergleichbares brauchen wir bundesweit", sagt Scholz. Nötig sei dazu auch mehr Personal in der Arbeitsagentur und den Jobcentern. In der Krise dürfe deshalb das Personal dort nicht runtergefahren werden. "Im Gegenteil: Wir müssen den Ausbau der Vermittlung weiter vorantreiben."