Tötung einer Ägypterin Ermittler gehen von rechtsextremem Hintergrund aus
Sächsische Ermittler haben die brutale Tötung einer Ägypterin in einem Dresdner Gerichtssaal rekonstruiert und gehen von einem ausländerfeindlichen Hintergrund aus. Nicht nur die Wortwahl bei einem Streit auf einem Dresdner Spielplatz, als der Russlanddeutsche Alexander W. die Frau als Islamistin und Terroristin beschimpfte, bestärkt die Ermittler in ihrer Annahme. Auch sein Verhalten im Gericht kurz vor der Tat. Nach Informationen des SPIEGEL hat sich W. dort als NPD-Wähler geoutet und bedauert, dass die NPD in Sachsen nicht an der Regierung sei. Die Frage des Richters, ob er schon mal in einem KZ gewesen sei, konterte W. mit den Worten, dafür sei die NSDAP, nicht die NPD verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft geht von einem heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen aus. Grund sei "bloßer Hass auf Nichteuropäer" und Moslems gewesen. In der Haft soll Alexander W. zwischenzeitlich zwei Mitgefangenen gedroht haben, sie abzustechen. Schon 2006 soll er einen Mitschüler mit einem Messer bedroht haben. Die sächsische Polizei bereitet sich unterdessen auf eine schwierige Sicherheitslage bei dem Prozess gegen W. vor. Mit allen Beteiligenten wurden sogenannte Sicherheitsgespräche geführt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es bei Gericht zu tumultartigen Szenen kommen könnte. Die Ägypterin Marwa al-Schirbini wurde am 1. Juli im Dresdner Landgericht von W. mit 16 Messerstichen getötet, ihr Ehemann Elwi Okaz schwer verletzt.