Juschtschenko: Moskau destabilisiert die Krim und behindert die Aufklärung des Giftanschlags gegen mich - DER SPIEGEL
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Juschtschenko: Moskau destabilisiert die Krim und behindert die Aufklärung des Giftanschlags gegen mich

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Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko wirft Russland vor, die Souveränität der Ukraine in Frage zu stellen. In einem Interview für das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL ruft er die europäischen Länder dazu auf, ihre demokratischen Grundwerte besser zu verteidigen – dass Moskau seinen Botschafter aus Kiew abberufen habe und keinen neuen schicke, solange er noch als ukrainischer Staatschef amtiere, sei ein für Europa beispielloser Vorgang, so Juschtschenko zum SPIEGEL. An den jüngsten Zusammenstößen zwischen ukrainischer Polizei und den Militärs der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim seien nicht etwa die Ukrainer, sondern allein "Gesetzlosigkeit und Schlamperei" der russischen Seite Schuld, erklärt Juschtschenko in dem Interview: Es sei das Recht der Ukrainer, Moskaus Militärpräsenz zu kontrollieren. Offenbar gebe es Kräfte, "die auf eine Destabilisierung der Krim setzen". Eben deshalb müsse die Ukraine ihre Sicherheit im Nato-Bündnis suchen. Seine Premierministerin und frühere Verbündete Julija Timoschenko beschuldigt der Präsident, Interessenvertreterin Russlands in der Ukraine zu sein; statt Reformen betreibe die Regierung eine Politik des reinen Machterhalts – mittels geheimer Absprachen und Putsche. Trotz seiner eigenen Isolierung trete er bei der Präsidentenwahl im kommenden Januar noch einmal an, so bekräftigt der Staatschef. Timoschenkos Umgebung behindere auch die Aufklärung des Giftanschlags gegen ihn im Jahr 2004. Die Ermittlungen dazu seien inzwischen abgeschlossen, über tausend Zeugen wurden befragt. "Leute, die meine Vergiftung während jenes offiziellen Abendessens unmittelbar organisierten, befinden sich seit vier Jahren in Moskau – darunter ein früherer stellvertretender Geheimdienstchef, der Koch und jemand von der Bedienung", so Juschtschenko: "Ich habe mich dreimal an den Präsidenten Russlands gewandt und gebeten, sie von ukrainischen Ermittlern vernehmen zu lassen. Bislang leider vergebens."