Aussichtslose Listenplätze für türkischstämmige Bundestagskandidaten - DER SPIEGEL
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Aussichtslose Listenplätze für türkischstämmige Bundestagskandidaten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Besetzung der Listenplätze für die Bundestagswahl am 27. September verärgert die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD). "Wir befürchten, dass in der kommenden Legislaturperiode Abgeordnete mit Migrationshintergrund deutlich unterrepräsentiert sein werden", sagt Kenan Kolat, Vorsitzender der TGD und Mitglied der SPD. Zwar kandidieren mehr als zwei Dutzend Türkischstämmige für die Wahl, mehrheitlich jedoch auf hinteren Listenplätzen – ohne Aussicht auf ein Mandat. Eine Quote wolle niemand, so Kolat, "aber es geht schon darum, dass die Parteien guten Leuten eine realistische Chance geben, auch wenn diese einen türkischen Namen haben". Derzeit sitzen fünf türkischstämmige Abgeordnete im Bundestag. "Mehr als zwei oder drei werden es nach der Wahl aber wohl nicht mehr sein", schätzt Ahmet Külahc,i, Redakteur der türkischen Zeitung "Hürriyet". Gut stehen etwa die Chancen für die neu kandidierende Aydan Özoguz von der Hamburger SPD, und auch die Wiederwahl der grünen Abgeordneten Ekin Deligöz gilt als wahrscheinlich. Grünen-Chef Cem Özdemir hingegen muss bangen: Er tritt in Stuttgart als Direktkandidat gegen die SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt an.