Arcandor-Insolvenzverwalter will Karstadt-Mitarbeitern Leistungsprämien zahlen
Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will mit einer Leistungsprämie die 28 000 Mitarbeiter der schlingernden Handelssparte motivieren und fordert gleichzeitig einen Gehaltsverzicht von ihnen. Die Beschäftigten bei Karstadt sollen künftig bis zu 20 Prozent mehr verdienen können wenn ihr Haus oder ihre Abteilung höhere Umsätze als vergleichbare Einheiten macht. Görg reagiert damit auf die aus seiner Sicht wenig konstruktive Haltung der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Diese hatte Anfang vergangener Woche drei Bedingungen für Verhandlungen über weitere Gehaltszugeständnisse der Angestellten gestellt. Neben Arbeitsplatzsicherheit und einem detaillierten Einblick in das Konzept möglicher Investoren verlangt die Gewerkschaft auch die Rückkehr von Arcandor in die Tarifgemeinschaft. Aus dem Arbeitgeberverband BAG ist Görg zum Jahresende ausgetreten, um den jährlichen Beitrag von 1,3 Millionen Euro zu sparen. Der Insolvenzverwalter hält weitere Einbußen der Mitarbeiter für vertretbar, weil er mit ihrer Hilfe möglichst viele der verbliebenen 126 Karstadt-Häuser retten will. Viele Beschäftigte hätten während der dreimonatigen Insolvenz von der Bundesagentur für Arbeit ohnehin vorübergehend sogar deutlich mehr bekommen als vorher. Von anderer Seite wurde Görg immerhin schon Entgegenkommen signalisiert. Asiatische Lieferanten haben dem Konzern im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens bereits Zahlungen von 60 Millionen Euro erlassen.