Bund rechnet mit Evonik-Milliarden
Erlöse aus einem möglichen Verkauf von Tochterunternehmen des Mischkonzerns Evonik will die Bundesregierung nicht an das Essener Mutterunternehmen ausschütten. Vielmehr sollen die erhofften Milliardenerlöse aus Veräußerungen der Immobiliensparte oder der Stromtochter Steag direkt in die von Bund und Ländern kontrollierte RAG-Stiftung fließen. Dies geht aus dem geheimen Protokoll einer Sitzung des RAG-Kuratoriums vom Juni hervor. Darin haben sich Vertreter des Bundesund des saarländischen Wirtschaftsministeriums für einen solchen Schritt ausgesprochen. Eine mögliche Zerschlagung des Konzerns hatte zuvor Stiftungsvorstand Wilhelm Bonse-Geuking ins Gespräch gebracht. Vor Evonik, so der ehemalige BPManager, liege eine schwierige Strecke. Die angepeilten Wertsteigerungen seien durch die Folgen der Wirtschaftskrise kaum mehr zu erreichen. Es dürfe "keine Tabus" mehr geben. Die RAG-Stiftung hält noch rund 75 Prozent an dem aus der Ruhrkohle AG hervorgegangenen Mischkonzern. Aus den laufenden Evonik-Erlösen bezahlt die Stiftung die Ewigkeitslasten des Bergbaus wie etwa die Pumpkosten für die Grundwasserabsenkungen. Schon in der Vergangenheit hatte es Pläne gegeben, den Konzern lieber zu zerlegen und die Verkaufserlöse zur Deckung dieser Kosten zu nutzen.