Demjanjuks SS-Dienstausweis soll erneut geprüft werden - DER SPIEGEL
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Demjanjuks SS-Dienstausweis soll erneut geprüft werden

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Im Verfahren gegen den mutmaßlichen KZ-Aufseher John Demjanjuk will die 1. Strafkammer des Landgerichts München II offenbar letzte Hindernisse für die Zulassung der Anklage aus dem Weg räumen. An diesem Montag nehmen Richter, Staatsanwälte und Verteidiger in München erneut das zentrale Beweisstück gegen den 89-Jährigen in Augenschein. Es handelt sich um den SS-Dienstausweis, auf dem Demjanjuks Verlegung vom Ausbildungslager Trawniki ins Vernichtungslager Sobibór eingetragen ist, in dem er 1943 als Wachmann an der Ermordung von mindestens 27 900 Juden beteiligt gewesen sein soll. Ein Historiker der US-Sonderermittlungsbehörde OSI bringt das Dokument aus Washington, wo es in einem Tresor des Justizministeriums verwahrt wird. Zwar lag der Ausweis im Februar bereits einem Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts vor, doch mit der damaligen, eher oberflächlichen Analyse ließ sich dessen Echtheit nicht zweifelsfrei begründen. Die USA hatten den gebürtigen Ukrainer im Mai nach Deutschland abgeschoben, er ist derzeit als Untersuchungshäftling auf der Krankenstation des Gefängnisses Stadelheim untergebracht. Den Antrag seines Ratinger Anwalts Ulrich Busch, Demjanjuk wegen seines Gesundheitszustands aus der Haft zu entlassen, lehnte die Strafkammer ab. Laut mehreren Gutachten sei Demjanjuk haft- und eingeschränkt verhandlungsfähig. Nach Planung des Kammervorsitzenden Ralph Alt könnte der Prozess in der ersten Novemberwoche eröffnet werden. Busch erwägt nun, vors Bundesverfassungsgericht zu ziehen, was allerdings den Beginn nicht hinauszögern würde. Im anstehenden Verfahren wird Demjanjuk wahrscheinlich schweigen: "Mein Mandant wird sich zu den Vorwürfen nicht einlassen", sagt Verteidiger Busch.