Rigider Sparkurs verursachte Berliner S-Bahn-Chaos
Die gravierenden Sicherheitsmängel bei der Berliner Stadtbahn sind offenbar Folge völlig unzureichender Wartung. Wie Insider berichten, ging es in erster Linie darum, die Kosten gering zu halten. In der Konsequenz mussten in der vergangenen Woche 380 Züge stillgelegt werden; seitdem ist der S-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt drastisch eingeschränkt. Wie es hieß, seien Bremszylinder nur "durch Sichtkontrolle" überprüft und schadhafte Teile nicht erneuert worden. Die Mechaniker hätten den Auftrag gehabt, den "Materialeinsatz auf null" zu bringen. Zudem standen nur noch wenige Fachleute bereit, weil die Berliner S-Bahn seit 2002 mehr als 40 Prozent der Stellen in der Instandhaltung abgebaut hatte, um Sparauflagen des Mutterkonzerns Deutsche Bahn zu erfüllen. Selbst notwendige Spezialwerkzeuge fehlten. Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr beim Transportunternehmen, hat am Freitag vergangener Woche umfangreiche Ermittlungen auch durch externe Anwälte und Wirtschaftsprüfer angekündigt. Sie sollen klären, wer dafür verantwortlich ist, dass Wartungsprotokolle manipuliert wurden und vorgeschriebene Instandhaltungsarbeiten unterblieben.