Boeing mit trügerischem Teilsieg - DER SPIEGEL
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Boeing mit trügerischem Teilsieg

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Noch feiert der amerikanische Flugzeughersteller Boeing den seit gut einer Woche vorliegenden Zwischenbericht der Welthandelsorganisation (WTO) zum Subventionsstreit mit Konkurrent Airbus als Sieg. Doch der Prozess um Anschubhilfen zwischen den Konkurrenten könnte sich für die Amerikaner als gewaltiger Bumerang erweisen. Die vertrauliche Analyse der WTO umfasst mehr als tausend Seiten. Darin kritisiert die Handelsorganisation unter anderem staatliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse in dreistelliger Millionenhöhe, die Airbus seit Mitte der neunziger Jahre erhalten hat. Auch Kosten für den Bau von Straßen sowie die Erschließung und Bereitstellung von Grundstücken hätten die Airbus-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien nicht übernehmen dürfen. Doch Boeing und die Amerikaner haben noch härtere Rügen zu befürchten, wenn die WTO im kommenden Frühjahr über die Gegenklage von Airbus entscheidet. Im Unterschied zu Airbus zahlt Boeing bisher nämlich offenbar nicht für die Nutzung überlassener Grundstücke. Airbus dagegen überweist beispielsweise für das zugeschüttete Mühlenberger Loch in Hamburg schon länger Miete an den Stadtstaat. Auch bei der Forschungsförderung sind die Europäer gegenüber den Amerikanern deutlich schlechter gestellt. Während Boeing beim Bau seiner Flugzeuge im großen Stil von Erkenntnissen aus üppig dotierten Entwicklungsaufträgen der Nasa oder des Pentagon profitiert, gibt es bei Airbus solche indirekten Subventionen nicht. Die Europäer müssen sogar für jeden Euro, den sie im Rahmen staatlicher Förderprogramme erhalten, selbst noch einmal denselben Betrag drauflegen.