Nürburgring-Projekt wird teurer
Das weitgehend mit öffentlichen Mitteln finanzierte neue Freizeitzentrum am Nürburgring wird deutlich teurer als bisher bekannt. Fachleute der rheinland-pfälzischen Landesregierung rechnen nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL inzwischen mit Baukosten von bis zu 320 Millionen Euro für die an der Eifel-Rennstrecke gelegene Anlage mit Hotels, Kneipendorf und Vergnügungspark. Ursprünglich war eine Bausumme von 215 Millionen Euro geplant, zuletzt hatten Vertreter der Mainzer Landesregierung einen Betrag um 300 Millionen genannt.
Zudem belegen bisher unbekannte Unterlagen, dass die überwiegend landeseigene Betreibergesellschaft Nürburgring GmbH entgegen früheren Darstellungen noch bis Mitte dieses Jahres sechsstellige Zahlungen an umstrittene Kreditvermittler getätigt hat, gegen die inzwischen die Staatsanwaltschaft ermittelt. So erhielt die im hessischen Usingen gemeldete Firma Pinebeck des Kaufmanns Michael Merten noch zwischen dem 30. April und dem 15. Juni drei Zahlungen über insgesamt 300.000 Euro. Merten bestätigte diese Zahlungen.
Der inzwischen zurückgetretene rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel hatte Anfang dieses Jahres behauptet, Pinebeck arbeite "honorarfrei" für die Nürburgring GmbH, Provisionen würden nur noch gezahlt, wenn ein Geldgeber erfolgreich vermittelt worden sei. Zuvor war bekannt geworden, dass Pinebeck bis Ende 2008 insgesamt rund 700.000 Euro für die Suche nach privaten Investoren für das Nürburgring-Projekt kassiert hatte, obwohl nie ein Investor gefunden wurde. Gegen den Pinebeck-Chef und zwei weitere Beschuldigte ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Koblenz wegen Betrugsverdachts.