Mutmaßliche Islamisten aus Deutschland in Pakistan festgenommen
Die Bundesregierung verhandelt mit der pakistanischen Regierung über die Überstellung von sechs mutmaßlichen Islamisten und einem Kind aus Deutschland, die seit Monaten in pakistanischer Haft sitzen. Die Reisegruppe war im Mai an der pakistanischen Grenze festgenommen worden. Anfangs hatten die Deutschen behauptet, sie stammten aus der Türkei. Die Bundesregierung wurde erst im August eingeschaltet, nachdem der pakistanische Geheimdienst ISI die Ermittlungen übernommen hatte. Der Fall gilt in Berlin als besonders dringlich, weil zu der Gruppe auch ein vier Jahre altes Mädchen gehört. Mittlerweile hat der ISI die Häftlinge von Peschawar nach Islamabad verlegt. Nach Angaben der deutschen Sicherheitsbehörden wollten die Reisenden in ein Lager der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU), die vom afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aus Anschläge verübt. Einer der Festgenommenen ist nach Erkenntnissen der Behörden der Schwager des in Bonn aufgewachsenen IBU-Sprechers Mounir Chouka. Bei einer Befragung durch einen Beamten der deutschen Botschaft gaben zwei der Männer an, sie hätten "in den Dschihad" ziehen wollen. Nach ihrer Festnahme seien sie von pakistanischen Polizisten geschlagen worden. Die Bundesregierung möchte einem der Männer, einem Tunesier aus Nordrhein-Westfalen, die Wiedereinreise nach Deutschland verweigern, weil während seiner Abwesenheit die Aufenthaltsgenehmigung ausgelaufen ist.