Iran verlangt von Europäern mehr Realitätssinn
Scharfe Kritik an der Haltung Europas im Atomkonflikt übt der Generaldirektor der iranischen Atomenergiekommission, Ali Akbar Salehi, 60, in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Wir wundern uns, wie unklug die Europäer sind, wie wenig sie unseren Standpunkt verstehen", sagte Salehi. "Auf lange Sicht brauchen die Europäer uns mehr als wir sie." Der iranische Nuklear-Chef kritisierte in dem SPIEGEL-Interview auch das Drängen der Bundesregierung auf neue Sanktionen und rät den "deutschen Freunden" nachdrücklich: "Bitte, seid realistisch, zeigt mehr Pragmatismus." Den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit seines Landes mit der Internationalen Atomenergieorganisation in Wien (IAEA) wies Salehi zurück. In der Vergangenheit habe Teheran "vielleicht Fehler gemacht", sei aber "an guter Kooperation interessiert". Das Recht auf Urananreicherung zu zivilen Zwecken aber werde seine Regierung "nicht aufgeben, unter keinen Umständen". Salehi zum SPIEGEL: "Wir werden uns nicht beugen."