Nato vor neuem Grabenkrieg in der Russland-Frage - DER SPIEGEL
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Nato vor neuem Grabenkrieg in der Russland-Frage

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Das Auswärtige Amt befürchtet einen neuen Zwist in der Nato über den Umgang mit Russland. Anlass ist das Plädoyer des neuen Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen, der vorige Woche einen "Neuanfang" in den Beziehungen zu Moskau vorschlug. Der Däne forderte das Bündnis auf, Russland endlich als "große europäische Macht mit einer eigenen Sicht" auf seine Interessen anzuerkennen. In einem Fernschreiben an die Berliner Zentrale berichtet der deutsche Nato-Botschafter Ulrich Brandenburg, "bei einigen neuen Nato-Mitgliedern" aus Osteuropa sowie Kanada und Großbritannien seien gegen Rasmussens Initiative "deutliche Vorbehalte zu spüren". Der "Grabenkrieg" in den Nato-Gremien um die richtige Positionierung gegenüber Russland gehe nach der Rede weiter, analysiert Brandenburg. Auch von den Russen erwartet er keine hilfreichen Reaktionen auf Rasmussens Plädoyer. Moskau werde vermutlich mit "Verschleppungstaktik und Feindbildpflege" antworten, warnt der Botschafter. Daher seien "gemeinsame Bedrohungsanalysen" von Nato und Russland auch in Zukunft nur in Bereichen zu erwarten, in denen ohnehin "keine Kontroversen drohen" – nicht aber etwa beim umstrittenen Umgang mit den Nato-Beitrittsaspiranten Georgien und Ukraine.